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کمک های اولیه سرنوشت ساز برای برنامه هسته ای ایران از طرف آلمان و سوئیس بود. [گور مارسل، نویه زوریشر سایتونگ(سوئیس)، 2ژانویه 2022]

188302  ۱۴۰۰/۱۰/۱۴
جرقه اولیه شروع برنامه هسته ای ایران که سال هاست در خط مقدم سیاست جهانی قرار دارد، در سال 1987 در زوریخ زده شد. آن زمان هیئتی از سازمان انرژی اتمی ایران و برخی از نمایندگان اروپایی از شبکه عبدالقدیر خان، دانشمند پاکستانی با یکدیگر دیدار کردند. این نکته که ایران در اواسط دهه 1980 برنامه هسته ای خود را آغاز کرد، تا حد زیادی به جنگ با عراق در آن زمان و این فرض معقول مبنی بر اینکه عراق قصد دارد بمب اتمی خود را توسعه دهد، مربوط می شود.


آمریکا و احتمالا اسرائیل بیهوده علیه آن مبارزه کردند

1.    جرقه اولیه شروع برنامه هسته ای ایران که سال هاست در خط مقدم سیاست جهانی قرار دارد، در سال 1987 در زوریخ زده شد. آن زمان هیئتی از سازمان انرژی اتمی ایران و برخی از نمایندگان اروپایی از شبکه عبدالقدیر خان، دانشمند پاکستانی با یکدیگر دیدار کردند. این نکته که ایران در اواسط دهه 1980 برنامه هسته ای خود را آغاز کرد، تا حد زیادی به جنگ با عراق در آن زمان و این فرض معقول مبنی بر اینکه عراق قصد دارد بمب اتمی خود را توسعه دهد، مربوط می شود.
2.    نزدیکی حیرت انگیز شرکت های جمهوری فدرال آلمان و سوئیس به برنامه هسته ای ایران به خوبی مورد تحقیق قرار گرفته است. اسناد جدید و قبلا ناشناخته ای از آرشیوهای برن و واشنگتن نیز این تصویر را واضح تر می کند. برنامه هسته ای ایران همچنین ارتباط تنگاتنگی با برنامه هسته ای پاکستان دارد. دولت ایران از کارهای زیرساختی خان که قبلا طی سالیان متمادی انجام شده بود، بهره برده است.
3.    خان پس از سال ها کار در کنسرسیوم اورنکو، دانش ویژه فناوری هسته ای را به دست آورد. اورنکو مخفف Uranium Enrichment Company است: شرکتی که در هلند مستقر  بوده و امروز هم به غنی‌سازی اورانیوم برای استفاده غیرنظامی می پردازد. خان در سال 1975 به میهن خود بازگشت و به نخست وزیر وقت پیشنهاد داد تا برنامه تسلیحات هسته ای داخلی را رهبری کند. خان نه تنها برنامه هایی برای ساخت سانتریفیوژهایی را داشت که از محل کار سابقش به صورت قاچاقی خارج کرده بود، بلکه تمام تامین کنندگانی را که به طور قانونی تجهیزات با دقت بالا را به اورنکو تحویل داده بودند، می شناخت. بسیاری از این تامین کنندگان، عمدتا از آلمان و سوئیس، خیلی زود وارد معاملات چند میلیون دلاری با پاکستان شدند.
4.    چند ماه پس از اولین جلسه در زوریخ، شرکای تجاری جدید برای بار دوم در سال 1987 و در دبی مذاکره کردند. در این جلسه مخفیانه، نمایندگان شبکه خان نوعی «کیت استارتر» را به هیئت ایرانی پیشنهاد کردند که شامل همه چیزهایی بود که برای تولید اورانیوم بسیار غنی شده مورد نیاز بود. اما پس از ساعت‌ها بحث و بررسی، هیئت ایرانی از بسته همه جانبه چشم پوشی کرده و در عوض، فقط نسخه‌هایی از نقشه‌های دزدیده شده برای اولتراسانتریفیوژهای گازی را خریدند. ایرانی ها می خواستند قطعات آن را از بازار آزاد تهیه کنند، به این امید که کمی ارزان تر باشند. قیمتی که ایران برای طرح های اورنکو پرداخت کرده، بین 5 تا 10 میلیون دلار متغیر است.
5.    گفته می شود که در نهایت چند میلیون دلار از طرف ایران و پاکستان به جیب شرکت های اروپایی سرازیر شد. این فعالیت های تجاری مورد توجه سرویس‌های اطلاعاتی غربی قرار گرفت. اما در مورد پاکستان، آمریکا بر سر یک دوراهی بود: هند تحت نفوذ اتحاد جماهیر شوروی بود، بنابراین آمریکا نمی خواست پاکستان را به عنوان یک شریک استراتژیک از دست بدهد.
6.    برای اینکه روابط با اسلام آباد خدشه دار نشود، دولت جیمی کارتر تصمیم گرفت مستقیماً مداخله نکند. به جای بمباران تاسیسات هسته ای در پاکستان باید با مشکل ریشه ای، یعنی تامین کنندگان اروپایی، در درجه اول در آلمان و سوئیس مبارزه کرد.
7.    چند ماه پس از مداخله ناموفق وزارت خارجه آمریکا در بن و برن، عاملانی ناشناس حملات انفجاری را در سه شرکت از این شرکت ها انجام دادند. این حملات با چندین تماس تلفنی همراه بود که طی آن افراد ناشناس سایر شرکت های تحویل دهنده را به زبان انگلیسی یا آلمانی شکسته تهدید می کردند.
8.    این سوءظن که موساد ممکن است پشت این حملات و تهدیدها باشد، به زودی ایجاد شد. برای اسرائیل، این چشم انداز که پاکستان می تواند با بمب اتمی به اولین کشور هسته ای اسلامی تبدیل شود، یک تهدید وجودی به شمار می رفت. با این حال، سازمانی ناشناخته با نام "سازمان منع گسترش سلاح های هسته ای در جنوب آسیا" رسما به این حملات اعتراف کرد و بعد از آن دیگر ناپدید شد.
9.    برای آدریان هانی، مورخ معاصر و کارشناس سرویس های اطلاعاتی، دخالت موساد بسیار محتمل است. اگرچه شواهد قطعی وجود ندارد، اما این حملات دارای امضای سرویس مخفی هستند. هانی می‌گوید، برای مثال، آنچه قابل توجه است، مطابقت آنها با الگوی حملاتی است که سرویس مخفی اسرائیل دو سال قبل تر در اروپای غربی در ارتباط با برنامه هسته‌ای عراق انجام داد.
 اداره کل رسانه های خارجی
ترجمه: عطیه خرّم

Die entscheidende Starthilfe für Irans Atomprogramm kam aus Deutschland und der Schweiz – die USA und wohl auch Israel wehrten sich vergeblich dagegen
Derzeit wird in Wien über das umstrittene Atomprogramm Irans verhandelt. Das Projekt wurde bereits Mitte der 1980er Jahre lanciert. Wichtige Grundlagen lieferten deutsche und Schweizer Unternehmen. Selbst ausländische Geheimdienstoperationen hielten sie nicht davon ab.
Marcel Gyr 02.01.2022, 08.00 Uhr NZZ
 Der Startschuss für Irans Atomprogramm, das seit vielen Jahren die Weltpolitik umtreibt, erfolgte 1987 in Zürich. In einem Hotel trafen sich eine Delegation der iranischen Organisation für Atomenergie und einige europäische Vertreter aus dem Netzwerk des pakistanischen Wissenschafters Abdul Qadeer (A. Q.) Khan. In seiner Heimat sollte Khan später als «Vater der ersten islamischen Atombombe» gefeiert werden.
Die iranische Delegation war unter der Leitung des Maschineningenieurs Masud Naraghi in die Schweiz gereist. Naraghi hatte in den USA promoviert und vorübergehend für die Weltraumbehörde Nasa gearbeitet. Auf der anderen Seite des Verhandlungstischs sassen für das Netzwerk von A. Q. Khan unter anderen zwei deutsche Ingenieure, Gotthard Lerch und Heinz Mebus.
Die erstaunliche Nähe von Firmen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz zum iranischen Atomprogramm ist relativ gut erforscht. Neue, bis anhin nicht bekannte Dokumente aus Archiven in Bern und in Washington schärfen dieses Bild.
Von Pakistan profitiert
Irans Atomprogramm ist eng verbunden mit jenem Pakistans. Der Gottesstaat profitierte von der Aufbauarbeit Khans, die dieser zuvor über viele Jahre hinweg geleistet hatte. Pakistan startete sein eigenes Atomwaffenprogramm bereits 1974, kurz nachdem das verfeindete Indien nahe der pakistanischen Grenze erstmals einen atomaren Sprengkopf gezündet hatte.
Damals eilte Pakistan der Ruf voraus, mit eigenen Mitteln nicht einmal eine Haarnadel herstellen zu können. Für das industriell unterentwickelte Land kam A. Q. Khan deshalb wie gerufen. Auf sein Know-how und sein Netzwerk von europäischen Lieferanten konnten sich die wechselnden pakistanischen Machthaber mehr als zwei Jahrzehnte lang verlassen. Khan, der im vergangenen Oktober im Alter von 85 Jahren gestorben ist, war mit einer Niederländerin verheiratet. In jungen Jahren hatte er in Deutschland und in den Niederlanden studiert. Einige Studienkollegen gehörten später zu seinem berüchtigten Netzwerk, das mit der Proliferation von Nukleartechnik Geschäfte machte: Es vermittelte und verkaufte Bestandteile für die Herstellung einer Atombombe.
Handel mit gestohlenen Plänen
Die spezifischen Kenntnisse für die Nukleartechnologie hatte sich Khan nach dem Studium beim Urenco-Konsortium angeeignet. Urenco steht für Uranium Enrichment Company – das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Almelo betreibt bis heute Urananreicherung für die zivile Nutzung. Dazu reicht es, den Anteil des leicht spaltbaren Uran-Isotops 235, der bei Natururan bloss rund 0,7 Prozent beträgt, auf 2,5 Prozent zu erhöhen. Dafür werden zumeist Gas-Ultrazentrifugen eingesetzt. Für die Verwendung in einer Atombombe muss der Anreicherungsgrad auf mindestens 90 Prozent erhöht werden. Das Verfahren dazu ist aber grundsätzlich dasselbe. Derzeit verfügt Iran über 60-prozentig angereichertes Uran.
Nach seinem Abstecher bei Urenco kehrte Khan 1975 in seine Heimat zurück. Er bot Premierminister Zulfikar Ali Bhutto an, die Leitung für das heimische Atomwaffenprogramm zu übernehmen. Im Gepäck hatte er nicht nur Pläne für die Herstellung von Zentrifugen, die er bei seinem früheren Arbeitgeber herausgeschmuggelt hatte. Khan kannte auch all die Lieferanten, welche die Bestandteile für die hochpräzisen Apparaturen ganz legal an Urenco lieferten.
Viele dieser Lieferanten, vorwiegend aus Deutschland und der Schweiz, gingen bald millionenschwere Geschäfte mit Pakistan ein: Leybold-Heraeus, Wälischmiller, Cora Engineering Chur, Vakuum-Apparate-Technik (VAT, mit dem Chefeinkäufer Friedrich Tinner) oder die Metallwerke Buchs, um nur einige zu nennen. Sie profitierten von einem wichtigen Umstand: Die deutschen und die Schweizer Behörden legten ihre Dual-Use-Bestimmungen sehr grosszügig aus: Die meisten Bestandteile, die es für die Urananreicherung braucht, zum Beispiel hochpräzise Vakuumventile, werden vorwiegend für zivile Zwecke verwendet.
Nicht mehr unislamisch
Dass Mitte der achtziger Jahre auch Iran begann, sein Atomprogramm zu forcieren, hängt wesentlich mit dem damaligen Krieg gegen den Irak zusammen. Noch 1979 hatte der Revolutionsführer Ayatollah Khomeiny die Nutzung von Atomkraft für unislamisch erklärt. Doch das sollte sich bald ändern, angesichts eines verlustreichen Stellungskriegs, bei dem der irakische Diktator Saddam Hussein auch vor dem Gebrauch von chemischen Waffen nicht zurückschreckte. In der begründeten Annahme, dass der Irak die Entwicklung einer eigenen Atombombe plante, war Iran entschlossen, gleich lange Spiesse zu schaffen.
Zeitlich fiel dieser Entscheid mit einer Änderung von A. Q. Khans Geschäftsmodell zusammen: Statt all die Apparaturen und Gerätschaften, die es zum Bau der Zentrifugen braucht, einzig nach Pakistan zu importieren, wollte Khan fortan auch ins Exportgeschäft einsteigen. So konnte man Synergien schaffen, und finanziell war es lukrativ.
«Starterkit» für den Bau einer Atombombe
Wenige Monate nach dem ersten Treffen in Zürich verhandelten 1987 die neuen Geschäftspartner ein zweites Mal, diesmal in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei diesem klandestinen Meeting boten die Vertreter des Khan-Netzwerkes der iranischen Delegation eine Art «Starterkit» an. Es umfasste alles, was es zur Herstellung von hochangereichertem Uran braucht. Doch nach stundenlangen Beratungen zeigte sich die iranische Delegation wählerisch – sie verzichtete auf das All-inclusive-Angebot.
Stattdessen kaufte sie einzig Kopien der gestohlenen Baupläne für die Gas-Ultrazentrifugen aus der Schmiede von Urenco. Die Teile dafür hingegen wollten sich die Iraner auf dem freien Markt beschaffen, in der Hoffnung, sie seien dort etwas günstiger zu haben. Der Preis, den Iran für die Urenco-Pläne bezahlt hat, variiert in der einschlägigen Literatur (siehe Fussnote) zwischen 5 und 10 Millionen Dollar. Anhand der Bauanleitung entstanden Zentrifugen der ersten Generation. Der Typ IR-1 wird bis heute eingesetzt. Allerdings verfügt Iran inzwischen auch über neue, deutlich leistungsfähigere Zentrifugen, die das Uran um ein Mehrfaches schneller anreichern.
Mehrere Millionen Dollar sollen schliesslich ins St. Galler Rheintal geflossen sein: zum einen an Gotthard Lerch, der hier nach seinem Abgang bei Leybold-Heraeus ein eigenes Unternehmen gegründet hatte; zum andern an Friedrich Tinner, der inzwischen selbständig arbeitete, nachdem er sich mit seinem früheren Arbeitgeber VAT wegen der Pakistan-Geschäfte zerstritten hatte.
Das Dilemma der USA
Die rege Geschäftstätigkeit mit proliferationsrelevanten Gütern blieb den westlichen Nachrichtendiensten nicht verborgen. Doch im Fall von Pakistan befanden sich insbesondere die USA in einem Dilemma. Indien befand sich im Einflussbereich der Sowjetunion, deshalb wollten die USA Pakistan nicht als strategischen Partner verlieren. Als sowjetische Truppen 1979 in Afghanistan einmarschierten, waren die Amerikaner erst recht auf Pakistan angewiesen – damit sie mit dessen Hilfe die afghanischen Mujahedin in ihrem Kampf gegen die Sowjettruppen unterstützen konnten.
Um das seit je schwierige Verhältnis zur Regierung in Islamabad nicht weiter zu belasten, verzichtete die Administration von Präsident Jimmy Carter auf eine direkte Intervention. Statt die Atomanlagen in Pakistan zu bombardieren, sollte das Übel an der Wurzel bekämpft werden – bei den europäischen Lieferanten, vornehmlich in Deutschland und in der Schweiz. Kürzlich hat das National Security Archive, eine private Dokumentationsstelle in Washington, Akten veröffentlicht mit diplomatischen Vorstössen, die das State Department 1980 in Bonn und in Bern einbrachte.
Daraus geht hervor, wie sich die USA über den lockeren Umgang der beiden Länder mit den heiklen Lieferungen nach Pakistan ärgerten. In der Notiz eines Mitarbeiters wurde Berns Verhalten als «hands-off approach» bezeichnet – den hiesigen Behörden wurde also sinngemäss vorgeworfen, beide Augen zuzudrücken. In den jetzt freigegebenen, früher als geheim klassifizierten Depeschen sind erstmals jene Unternehmen aufgelistet, die von den USA bezichtigt wurden, mit ihren Lieferungen das pakistanische Atomwaffenprogramm zu unterstützen. Aus Deutschland und der Schweiz waren in der Liste je rund ein halbes Dutzend Firmen aufgeführt.
Anschläge und Drohungen
Wenige Monate nach der erfolglosen Intervention des amerikanischen Aussenministeriums in Bonn und Bern verübten unbekannte Täter auf drei dieser Firmen Sprengstoffanschläge: am 20. Februar 1981 auf das Haus eines führenden Mitarbeiters der Cora Engineering Chur, am 18. Mai 1981 auf das Fabrikgebäude der Firma Wälischmiller in Markdorf und schliesslich, am 6. November 1981, auf das Ingenieurbüro von Heinz Mebus in Erlangen. Bei allen drei Anschlägen kam es lediglich zu Sachschaden, getötet wurde einzig der Hund von Mebus.
Begleitet wurden die Sprengstoffanschläge von mehreren Telefonanrufen, bei denen Unbekannte weiteren Lieferfirmen auf Englisch oder in gebrochenem Deutsch drohten. Manchmal befahl der Anrufer, die Drohungen auf Band aufzunehmen. «Der Anschlag, den wir gegen die Firma Wälischmiller verübt haben, kann auch Ihnen passieren» – so wurde etwa das Sekretariat von Leybold-Heraeus eingeschüchtert. Siegfried Schertler, der damalige Inhaber von VAT, und sein Chefverkäufer Tinner wurden mehrmals auf ihren privaten Anschlüssen angerufen. Gegenüber der schweizerischen Bundespolizei gab Schertler zudem zu Protokoll, dass der israelische Geheimdienst mit ihm Kontakt aufgenommen habe. Das geht aus den Ermittlungsakten hervor, welche die NZZ erstmals einsehen konnte.
Hinweise auf einen Geheimdienst
Die Vermutung, dass hinter den Anschlägen und Drohungen der Mossad stecken könnte, kam schon bald auf. Für Israel stellte die Aussicht, dass mit Pakistan erstmals ein islamischer Staat über eine Atombombe verfügen könnte, eine existenzielle Bedrohung dar.
Offiziell bekannte sich aber eine Organisation zu den Anschlägen, die zuvor noch nie in Erscheinung getreten war – die «Organization for the non-proliferation of nuclear weapons in South Asia». Danach hörte man nie mehr etwas von ihr. Der Inhalt einzelner Drohungen setzte ein Insiderwissen voraus, das fast nur nachrichtendienstlich erworben sein konnte.
Aufhorchen lassen schliesslich die Schilderungen von Siegfried Schertler, die er für die Ermittlungsbehörden schriftlich protokollierte. Darin schildert der VAT-Chef, wie ein Mitarbeiter der israelischen Botschaft in Deutschland, der sich «Mr. David» nannte, mit ihm Kontakt aufgenommen habe. Bei einem persönlichen Treffen in der Botschaft in Bonn und später bei mehreren Telefonaten riet ihm «Mr. David», dafür zu sorgen, dass VAT «dieses Geschäft» aufgebe und stattdessen ins Textilgeschäft wechsle.
Für den Zeithistoriker und Nachrichtendienst-Experten Adrian Hänni ist eine Beteiligung des Mossad wahrscheinlich. Zwar fehle für den abschliessenden Beweis eine «smoking gun», die Anschläge trügen aber eine geheimdienstliche Handschrift. Auffällig sei etwa die Übereinstimmung mit dem Strickmuster einer Serie von Sprengstoffanschlägen, die der israelische Geheimdienst in den zwei Jahren zuvor in Westeuropa ausgeführt habe, im Zusammenhang mit dem irakischen Atomprogramm, sagt Hänni.
Während VAT die Lieferungen an Khan schon früh eingestellt hatte, liessen sich andere Protagonisten selbst von den Anschlägen und Drohungen nicht davon abbringen. Zumeist auf eigene Faust hielten sie am lukrativen Proliferationsgeschäft mit Pakistan und Iran fest, später auch mit Nordkorea und Libyen. Es sollte noch rund zwei Jahrzehnte dauern, ehe beispielsweise Lerch und Tinner strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen wurden. Mebus war schon zuvor eines natürlichen Todes gestorben.
Masud Naraghi, der 1987 die iranische Delegation in Zürich angeführt hatte, reiste einige Jahre später erneut in die Schweiz. Diesmal war die amerikanische Botschaft in Bern sein Ziel. Ihm wurde erlaubt, mit seiner Familie in die USA auszureisen – nicht als Asylbewerber, sondern als Informant der CIA. Seither dürfte der amerikanische Auslandgeheimdienst genauestens informiert sein über die Anfänge des iranischen Atomprogramms. Doch im Gegensatz zu den Akten des State Department sind jene der CIA noch weitestgehend geschlossen.
 https://www.nzz.ch/international/irans-atomprogramm-hat-seinen-ursprung-in-deutschland-und-in-der-schweiz-ld.1660713

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