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ترس از یک جنگ داخلی جدید [رانیه سالوم، اشپیگل (آلمان)، 4 اکتبر 2019] (اداره کل رسانه های خارجی، مترجم: عطیه خرم)

طی روزهای اخیر در بسیاری از شهرهای عراق اعتراضات شدیدی رخ داده، به ویژه در مناطقی در مرکز و جنوب کشور که طی جنگ علیه "دولت اسلامی" تخریب نشده بودند. معترضان خواستار اصلاحات سیاسی، پایان فساد و ایجاد فرصت های شغلی بیشتر هستند. نیروهای امنیتی با شدت و خشونت بسیار واکنش نشان داده و دولت وضعیت حکومت نظامی را اعمال کرده، اما همچنان به نظر نمی رسد که قادر به کنترل مجدد اوضاع باشد.

ترس از یک جنگ داخلی جدید

1.    طی روزهای اخیر در بسیاری از شهرهای عراق اعتراضات شدیدی رخ داده، به ویژه در مناطقی در مرکز و جنوب کشور که طی جنگ علیه "دولت اسلامی" تخریب نشده بودند. معترضان خواستار اصلاحات سیاسی، پایان فساد و ایجاد فرصت های شغلی بیشتر هستند. نیروهای امنیتی با شدت و خشونت بسیار واکنش نشان داده و دولت وضعیت حکومت نظامی را اعمال کرده، اما همچنان به نظر نمی رسد که قادر به کنترل مجدد اوضاع باشد.
2.    عراق یک کشور جوان و پویا است: بخش اعظم جمعیت 40 میلیونی عراق کمتر از 24 سال سن دارند. اما آنها در آینده خود نقش چندانی ندارند. اگرچه انتخابات به طور منظم برگزار می گردد، اما حکومت این کشور آزاد و دمکراتیک محسوب نمی شود.
3.    عادل عبدالمهدی، نخست وزیر فعلی پس از مذاکرات طولانی و در نتیجه اتفاق نظر بین احزاب و شبه نظامیان مختلفی که در عراق قدرت زیادی دارند، به این سمت انتخاب شد.
4.    دولت کنونی عراق با واشنگتن و تهران ارتباط نزدیکی دارد و تحت تأثیر درگیری بین این دو کشور قرار گرفته است. علاوه بر آن، مشکلات مداوم داخلی عراق نیز مزید بر علت هستند: فساد و سوء مدیریت، میزان بالای بیکاری جوانان، کمبود برق و آب و ترس از بازگشت "دولت اسلامی". هر گونه امتیاز کوچک از سوی دولت فقط می تواند به طور موقت تظاهرکنندگان را تسکین دهد. خطر بروز یک طغیان بزرگ و جدید وجود دارد.
5.    روز جمعه، نخست وزیر عبد المهدی طی یک سخنرانی تلویزیونی اعلام کرد که خواسته های معترضان برای اعمال اصلاحات و ایجاد فرصت های شغلی بیشتر موجه بوده و قول داد که دولت اقدامات بیشتری برای مبارزه با فساد انجام دهد.
منبع: اداره کل رسانه های خارجی

 

Angst vor einem neuen Bürgerkrieg
Tausende Menschen gehen im Irak gegen Korruption und Misswirtschaft auf die Straße. Die Sicherheitskräfte reagieren mit Gewalt - und heizen so die Proteste nur weiter an. Droht erneut ein gewaltsamer Konflikt?
Raniah Salloum, 04.10.2019   Spiegel
Seit Mittwoch sind Teile des Iraks ohne Internet, die meisten Menschen in Bagdad haben noch immer keinen Zugang zu sozialen Medien. Es liegt nicht etwa an technischen Störungen. Die Regierung hat offenbar die Mobilfunkunternehmen angewiesen, den Service zu kappen. Sie will verhindern, dass sich die Menschen untereinander vernetzen - gegen die politische Führung.
In vielen Städten des Iraks kommt es seit Tagen zu heftigen Protesten. Es sind vor allem die Regionen, die nicht im Krieg gegen den "Islamischen Staat" zerbombt wurden, im Zentrum und Süden des Landes, die nun revoltieren. Sie fordern politische Reformen, ein Ende der Korruption, Arbeitsplätze.
Inzwischen wurden bereits über 30 Demonstranten erschossen, hunderte verletzt. Die Sicherheitskräfte reagieren mit großer Härte. Irakische Journalisten berichten von minutenlangen Schüsse-Salven mit scharfer Munition auf Demonstranten. Die Regierung hat eine Ausgangssperre verhängt. Doch sie scheint die Lage trotzdem nicht wieder unter ihre Kontrolle zu bekommen.
"Premierminister Adel Abdul Mahdi hat keine andere Wahl als zurückzutreten, obwohl er selbst nicht der Kern des Problems ist", sagt Ahmed Saadawi, irakischer Schriftsteller und politischer Beobachter seines Landes. "Er wurde lediglich im Amt eingesetzt als Fassade von denjenigen, die wirklich die Macht haben und nicht gewählt wurden, sich aber auf Geld, Waffen oder religiöses Ansehen stützen können."
Der Irak ist ein junges, dynamisches Land - die meisten der rund 40 Millionen Iraker sind unter 24. Doch sie können die Zukunft kaum mitbestimmen. Zwar gibt es regelmäßige Wahlen, dennoch wird das Land nicht als sonderlich frei eingestuft: "In der Praxis verhindern Korruption und Sicherheitsbedrohungen demokratische Regierungsführung", schreibt Freedom House, eine US-Organisation, die Demokratie und Freiheit weltweit bewertet.
Der aktuelle Premierminister Adel Abdul Mahdi war ein Kompromisskandidat, auf den sich die verschiedenen Parteien und Milizen, die im Irak den Ton angeben, nach langwierigen Verhandlungen einigten.
Maria Fantiappi, Irak-Expertin des Thinktanks International Crisis Group, sieht seit längerem eine wachsende Kluft zwischen der Straße und der politischen Führung im Irak. "Es braucht zukünftige Führungskräfte, die gemischter sind als denjenigen, die das Land seit 2003 lenken." Die aktuelle Zuspitzung betrachtet sie mit großer Sorge. "In der bereits angespannten Lage in der Region könnten Proteste das Überleben der Regierung gefährden und das Land weiter destabilisieren."
Damit meint Fantiappi den sich zuspitzenden Konflikt in der Region zwischen Iran und den USA sowie Saudi-Arabien. Die irakische Regierung ist sowohl mit Washington als auch mit Teheran eng verbündet und wird von dem Konflikt in Mitleidenschaft gezogen.
Dazu kommen die bestehenden innenpolitischen Dauerprobleme des Iraks: die Korruption und Misswirtschaft, die anhaltend hohe Jugendarbeitslosigkeit, die Strom- und Wasserknappheit, die Angst vor einer Rückkehr des "Islamischen Staates". Fantiappi glaubt, dass etwaige kleine Zugeständnisse der Regierung die Demonstranten nun nur vorübergehend besänftigen könnten. Es droht ein neuer größerer Wutausbruch.
Premierminister Mahdi hatte am Freitag in einer im Fernsehen übertragenen Rede bereits angekündigt, dass die Forderungen der Demonstranten nach umfassenden Reformen und Arbeitsplätzen berechtigt seien. Er versprach, dass die Regierung sich mehr bemühen werde, Korruption zu bekämpfen.
"Diese Tage des Bluts und des Zorns sind nicht zu unterschätzen", glaubt Ahmad Saadawi. Er vergleicht die Situation im Irak mit dem Arabischen Frühling 2011, der zum Sturz einiger korrupter Dauerregenten führte und in mehreren Ländern zu einem Bürgerkrieg. Der Irak durchlebe gerade einen entscheidenden Moment. "Die tatsächlich Mächtigen müssen verstehen, wie wichtig es ist, auf die Forderungen der Demonstranten einzugehen", glaubt Saadawi. "Andernfalls wird sich die Lage weiter verschlechtern."
https://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-massenproteste-setzen-regierung-unter-druck-a-1289963.html

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